Neben den Texten des Lehrbuchs enthält das Arbeitsbuch zusätzliche Lesetexte zur Förderung des Leseverstehens. Diese Texte sind, vor allem in der ersten HäIfte des Lehrwerks, sehr lernerfreundlich aufbereitet, d. h. die neue Lexik ist direkt neben dem Text angegeben. So entfällt das zeitraubende und oft demotivierende Nachschlagen der unbekannten Wörter, und das Lesen wird für die TN wirklich zu einem inhaltlichen Leseerlebnis. In den späteren Lektionen werden die TN aber auch an die Arbeit mit einem zweisprachigen Wörterbuch herangeführt.

Die Texte der 17. Lektion unter dem Titel Olvasnivaló bieten verschiedene Textsorten zur Lektüre. Sie können, entsprechend den Interessen Ihrer Gruppe, eine Auswahl aus diesem Angebot treffen. dolmetscher ungarisch Weitere Anregungen zu diesen Lesetexten finden Sie bei den Hinweisen zur 17. Lektion.

Beide Teile des Lehrwerks sind mit einer Fülle von Realien ausgestattet, die nicht nur landeskundliche Informationen liefern, sondern die TN auch immer wieder mit authentischen Texten konfrontieren.

Beim Leseverstehen können Sie, genau wie beim Hörverstehen, mit Ihren TN verschiedene Lesetechniken trainieren.

Es gibt zwei grundlegende Formen des Lesens: extensives, d. h. überfliegendes Lesen und intensives, textverarbeitendes Lesen.

Extensives Lesen ist gefragt, wenn man einen Text nur schnell überfliegen möchte, um das Thema bzw. den Inhalt grob zu erfassen. Das nennt man in der

Fremdsprachendidaktik auch kursorisches Lesen oder Skimming.

Eine andere Art des extensives Lesens ist die Suche nach bestimmten Informationen im Text - auch selektives Lesen oder Scanning genannt.

Die Lesetexte, die im Arbeitsbuch stehen, erfordern manchmal nur selektives Lesen (z. B. die Zeitungsannoncen), andere Texte sind wiederum zum intensiven Lesen gedacht. Sie können jedoch auch bei diesen Texten eine Phase des kursorischen Lesens dem intensiven Lesen voranstellen, damit die TN zunächst einen Gesamteindruck von der Textsorte und dem Inhalt bekommen. Bei der Be-sprechung der einzelnen Lektionen finden Sie noch weitere Anregungen zur Bearbeitung der Lesetexte.

Schreiben

Die meisten TN, die Ungarisch lernen, wollen die Sprache in erster Linie mündlich praktizieren und/oder eine grundlegende Lesefähigkeit erreichen. Manche von ihnen möchten aber auch ihre Schreibfähigkeit trainieren, wenn sie z. B. mit ungarischen Freunden oder Bekannten korrespondieren, oder geschäftlich in Ungarn tätig sind.

Das Schreibtraining spielt heutzutage nur in der Schule, an der Universität oder bei l’rüfungsvorbereitungen eine wichtige Rolle im Unterricht, in anderen '•piachkursen wird Schreiben nur in Form von Hausaufgaben und zum Notieren von Stichpunkten oder kurzen schriftlichen Mitteilungen verwendet.

'.ii können je nach Ziel und Motivation Ihrer TN entscheiden, welche Bedeutung '.ir in Ihrem Kurs der Förderung der Schreibfähigkeit beimessen. Schreiben un- i' r.llll/t den lernprozeß, fördert das Behalten der neuen Vokabeln und Struk- IMM'II (durch das visuelle Gedächtnis), trainiert die Rechtschreibung sowie die i iliigkni, (irdanken zu ordnen und zu strukturieren. Deshalb sollte das Schreib-

•iimindrM als Hausaufgabe einen Platz im Unterricht bekommen.

111 II ui. i ipp,n.it des Arbeitsbuchs sind zahlreiche Übungen zum individuellen

Hi.dien, d. h. kleine Aufsätze über sich selbst schreiben, Briefe, Ein-

Ioi einen lelegrammtcxt formulieren, Inhalte schriftlich wiederge-

: o "Hi i o imnieiil.e.sen und vieles mehr, um den kreativen Umgang mit der ui i' In II fördern

• '           "                                              16k um ein I ehrwerk für Anfänger handelt, wurde auf sti

listische Besonderheiten der Schriftsprache sowie auf die Erstellung komplexerer Texte verzichtet.

Wortschatzarbeit

„Die Vokabeln muß man zu Hause pauken!" so lautet die Devise mancher KL Doch wir alle wissen aus Erfahrung, daß den erwachsenen TN oft die Zeit fehlt, regelmäßig Vokabeln zu lernen, und daß man die zunächst im dolmetscher ungarisch Kurzzeitgedächtnis gespeicherten Wörter schnell vergißt, wenn sie nicht mehr aktiv angewendet werden.

Deshalb ist es wichtig, das Vokabellernen der TN auch im Unterricht aktiv zu unterstützen, d. h. die neuen Wörter müssen immer wieder in anderen Zusammenhängen geübt und wiederholt werden. Das heißt natürlich nicht, daß die Vokabeln von Stunde zu Stunde abfragt werden. Erstens ist das langweilig, und zweitens überhaupt nicht kommunikativ.

Die Präsentation der neuen Lexik kann in vielen Fällen durch visuelles Material (Fotos, Zeichnungen, Gegenstände) oder durch Gestik, Mimik und pantomimisches Spiel erfolgen. Sie als KL können ruhig mit Händen und Füßen erklären und Wörter spielerisch darstellen, das macht auch den TN Mut zum Spielen.

Die „gespielten" Vokabeln werden besser behalten, da die Informationsaufnahme mehrere Sinnesorgane (Auge und Ohr) gleichzeitig anspricht. Bei fortgeschrittenen Gruppen können Sie die neuen Vokabeln auf Ungarisch erklären, sie umschreiben oder in Sätze einbetten, um so die Bedeutung des Wortes verständlich zu machen.

Noch einige Ideen zur Wortschatzarbeit, zum Üben und zur Kontrolle: Die Gliederung der Vokabeln nach bestimmten Kriterien, die mit den TN zusammen oder in Gruppenarbeit aufgestellt werden, unterstützt das Behalten der Wörter.

So kann man z. B. Lebensmittel zunächst in Essen und Trinken, danach in weitere Untergruppen wie Milchprodukte, Obst, Gemüse, heiße und kalte Getränke usw. unterteilen. Kleidungsstücke können z. B. nach Jahreszeiten oder nach dem Prinzip männlich - weiblich geordnet werden.

Das Abfragen der Vokabeln, d. h. die Kontrolle, kann in Form von spielerischen Übungen erfolgen. Sie können Lückentexte anfertigen, in denen die fehlenden Vokabeln ergänzt werden müssen. Es gibt zahlreiche Spiele, mit denen neuer

Wortschatz geübt und gefestigt werden kann (siehe den Literaturhinweis im Kapitel „Spielen").

Grammatik

Als Ungarischlehrer/in haben Sie sicherlich schon die Erfahrung gemacht, daß die ungarische Grammatik den deutschsprachigen Lernenden oft große Schwierigkeiten bereitet. Die richtige Anwendung der intransitiven und transitiven Konjugation, die vielen Regeln zur Wortfolge bei den Verbalpräfixen, das Ausdrücken von „haben" usw. brauchen oft eine längere Übungsphase.

Ausbildung und Geschichte

Zur Ausbildung (an Hochschulen oder – in Bayern – an Fachakademien) gehören unter anderem die Perfektionierung von Muttersprache und Arbeitssprachen, die Vermittlung von Dolmetschstrategien (beispielsweise der Notizentechnik für das Konsekutivdolmetschen) und von speziellen Fertigkeiten (Simultandolmetschen), die Einführung in Fachgebiete wie Recht, Wirtschaft, Technik oder Medizin und dolmetschwissenschaftliche Aspekte.

Während des Mittelalters tauschten sich Staaten, Wissenschaftler und Geistliche im Abendland in Latein aus. Soweit man z.B. durch die Kreuzzüge oder die Türkenkriege mit Menschen aus dem Morgenland in Verbindung trat, wurde auf einheimische Sprachkundige (Dragomanen) zurückgegriffen, die oft religiösen Minderheiten wie Juden oder andalusischen Christen angehörten. Weil die Dragomanen persönlich oftmals unzuverlässig waren und sich auch als Spione verdingten, begannen die europäischen Staaten im 18. Jhdt. eigene Beamte als Stabsdolmetscher an Sprachknabeninstituten auszubilden. 1721 gründete Frankreich die École des jeunes de langue (die spätere École des langues orientales vivantes). Neben allgemeinbildenden Inhalten wurde Türkisch und Arabisch unterrichtet. Mit Vollendung der Studien wurden die Sprachknaben nach Konstantinopel befohlen und an der Iternuntiatur praktisch geschult. Österreich folgte 1754 mit der Orientalischen Akademie. Daneben traten wirtschaftliche Beweggründe, die in Europa zur Gründung von wirtschafts- und handelsorientierten Dolmetscherschulen führten („Dolmetscher“ war bis ca. 1945 der Oberbegriff für Übersetzer und Dolmetscher). Die erste deutsche Ausbildungseinrichtung für Sprachmittler war das 1887 vor dem Hintergrund des deutschen Kolonialismus an der Berliner Universität eingerichtete „Seminar für orientalische Sprachen“ (SOS). dolmetscher ungarisch Schulungsteilnehmer am SOS waren vor allem Beamte des Auswärtigen Amts oder des Reichskolonialamts, aber auch Beschäftigte in der Außenwirtschaft und interessierte Journalisten. Das Seminar war zunächst nur für die Ausbildung in Türkisch, Persisch und Arabisch geschaffen worden. Danach wurde es stark erweitert. Seit dem Jahre 1897 wurden Sprachmittler für Arabisch, für die chinesischen Sprachen, Griechisch, Japanisch, Farsi, Russisch, Spanisch, Kiswahili und Türkisch ausgebildet. Bis zum Jahre 1926 kamen noch Englisch, Französisch, Rumänisch, Portugiesisch, Polnisch, Böhmisch/Tschechisch, Italienisch und Serbokroatisch hinzu.